27. März 2015

Der symbolische Spatenstich zum Bau des neuen barrierefreien Mittelbahnsteiges am Bahnhof Wulkaprodersdorf fand am 25. März 2015 unter Beisein von LH Hans Niessl statt.

 

Als neuestes Investitionsprojekt der Raaberbahn wird Mitte April 2015 mit dem Bau eines neuen Mittelbahnsteiges in Wulkaprodersdorf begonnen. Täglich frequentieren ca. 1.300 Reisende den Bahnhof Wulkaprodersdorf. Sie nutzen ihn auch beim Umsteigen in Richtung Eisenstadt auf ihrem Weg von und nach Wien sowie von und in Richtung Sopron bzw. Deutschkreutz. Für Reisende stehen derzeit 3 schmale Bahnsteige zur Verfügung. Um die derzeitigen Bahnsteigparameter den heutigen Erfordernissen anzupassen, wird ein neuer barrierefreier Mittelbahnsteig mit 55 cm Höhe, 3,65 m Breite und 180 m Länge (2. Ausbaustufe 230 m) errichtet. Es wird auch ein ca. 60 m langes Bahnsteigdach mit integrierter Wartekoje gebaut. In weiterer Folge wird ein barrierefreier Mittelbahnsteig am Bahnhof Baumgarten im Jahr 2016 realisiert. Die Kosten für diese aus dem (noch abzuschließenden) 8. Mittelfristigen Investitionsprogramm (MIP) durch den Bund, das Land Burgenland und die Raaberbahn zu finanzierenden Vorhaben betragen 2,3 Millionen EUR. Mit diesen neuen Mittelbahnsteigen erfüllt die Raaberbahn die an eine moderne Eisenbahn gestellten Anforderungen in Punkto Barrierefreiheit und erhöht die Sicherheit für ihre Reisenden.

 

Bereits im Jahr 2013 startete die Neusiedler Seebahn (NSB) gemeinsam mit der Raaberbahn, welche seit dem Jahr 1897 die Betriebsführerin auf der NSB-Strecke ist, ein Projekt für die Modernisierung der Sicherungs- und Fernmeldetechnik. Im Rahmen dieses Projektes werden die Bahnhöfe und Eisenbahnkreuzungen entlang beider Strecken mit neuen Sicherungsanlagen ausgestattet und ein einheitliches System zur Betriebsführung installiert, um beide Strecken künftig von einer zentralen Fahrdienstleitung in Wulkaprodersdorf aus steuern zu können. Derzeit gibt es zwei Steuerzentralen – eine in Wulkaprodersdorf für die Raaberbahn und eine in Pamhagen für die NSB. Insgesamt werden 13,4 Millionen EUR investiert, die Baumaßnahmen werden aus Mitteln des 7. und 8. MIP der Raaberbahn und der Neusiedler Seebahn durch Bund und Land Burgenland bzw. Eigenmittel der Bahngesellschaften sowie aus Mitteln der EU finanziert. Als zusätzliche Maßnahme ist im 8. MIP der Raaberbahn vorgesehen, den GSM-R Ausbau (Global System for Mobile Communications – Railway) ihrer Strecke als Vorstufe für das zukünftige europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) zu realisieren.

 

Neben der Bahninfrastruktur wird auch in die Fahrzeuge der Raaberbahn investiert. So erfolgte die feierliche Unterzeichnung des Vertrages zur Beschaffung von 5 Siemens Desiro ML Triebwagen für die Raaberbahn im November 2014. Die dreiteiligen elektrischen Regionaltriebwagen werden in Zweisystemausführung (AC 15kV / AC 25kV) gebaut und ab Mitte 2016 ausgeliefert. Das Investitionsvolumen beträgt 32 Millionen EUR, mit Haftungsübernahme seitens des Landes Burgenland. Die Triebwagen werden ab Fahrplanwechsel im Dezember 2016 zwischen Deutschkreutz-Wulkaprodersdorf-Wien bzw. Pamhagen-Neusiedl/See-Wien eingesetzt. Mit diesen neuen Fahrzeugen kann die Direktverbindung Eisenstadt – Wien auch über Wulkaprodersdorf realisiert werden. Es wären keine zusätzlichen Investitionen notwendig, weil die erforderliche Infrastruktur auf Seiten der Raaberbahn bereits zur Verfügung steht.

 

Das Großprojekt „Umbau der Strecke zwischen Müllendorf und Neufeld/Leitha“ wurde bereits im Herbst letzten Jahres abgeschlossen. Auf insgesamt mehr als 7 km wurden neue Gleise verlegt und auf ca. 1,5 km die Trasse der Strecke begradigt. Dadurch konnte die Geschwindigkeit in diesem Abschnitt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 von den ehemalig 60 km/h auf bis zu 120 km/h angehoben werden, was einen Fahrzeitgewinn von 2 Minuten bedeutet. Die Gesamtkosten dieser Bauinvestition für eine moderne Raaberbahn betrugen ca. 10,8 Millionen EUR und wurden aus dem 7. Mittelfristigen Investitionsprogramm der Gesellschaft durch Bund, Land Burgenland und aus Eigenmitteln finanziert.

 

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